|
125 Jahre MGV Constantia Baerl

Jubiläen markieren den Rhythmus des Lebens und sind immer auch Tage des Rückblicks und der Rückbesinnung. In einer Zeit, in der wir uns immer mehr den Medien ausliefern, die elektronische Musik "konsumieren", ist es entscheidend, auch selbst zu singen und zu musizieren, um der seelischen Verarmung entgegenzuwirken. Mit welcher Begeisterung und Treue haben unsere Vorväter trotz schwierigster äußerer Umstände - materieller Not, Kriegszeiten - unsere schönen deutschen Volkslieder gepflegt und geliebt! Die Entwicklung der Technik hat unser Leben verändert - leider nicht nur im positivem Sinn. So kommt Chorgemeinschaften heute eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie begnügen sich nicht nur mit der passiven Rolle des Konsumierens, sondern leisten selbst aktiv einen kulturellen Beitrag. Trauer, Liebe und Schmerz verleihen wir Ausdruck durch den Gesang. Die zunehmende Freizeit eröffnet dem Einzelnen viele Möglichkeiten, Musik nicht nur zu genießen, sondern darin selbst tätig zu werden, allein oder in der Gemeinschaft. Wir haben uns dafür entschieden, den Gesang zu pflegen, so wie die Männer, die die "Constantia" gegründet haben. So können wir mit Stolz festhalten, dass der MGV Constantia Baerl inzwischen schon 125 Jahre aktiv ist und einen Pfeiler des kulturellen Lebens und der Gemeinsamkeit im schönen Baerl und somit in der Stadt Duisburg darstellt. Die "Constantia" ist stark in das dörfliche Leben eingebunden und erfüllt eine wichtige Aufgabe innerhalb der Dorfgemeinschaft. Zahlreiche Chorleiter und Vorstände sowie hervorragende Gesangsauftritte kennzeichnen den Weg der "Constantia" durch alle Höhen und Tiefen bis in unsere Tage. Wir pflegen den Chorgesang und die Geselligkeit und verstehen uns als Botschafter unseres Ortes. Wir haben zur Zeit 139 fördernde - und 45 singende Mitglieder.
Das Gute, Wahre, Schöne erblüht im Reich der Töne!
Unser Chor ist mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren verjüngungsbedürftig. Wie bei fast allen Männerchören in Deutschland, so leiden auch wir unter der "Vereinskrankheit der Männerchöre" (fehlender Nachwuchs). Da es ohnehin kein allgemein gültiges Konzept für die Nachwuchsgewinnung gibt, ist auch uns leider noch keine zündende Idee eingefallen.
Das macht nichts, denn die Alten fühlen sich immer jünger. Nie zuvor hat sich eine Generation so jung gefühlt wie die heutigen Senioren. Jeder Dritte der über 70-jährigen Deutschen glaubt seinen Lebenshöhepunkt gerade erst erreicht zu haben. Wer früher zu den Alten gehörte, rechnet sich heute zu den "Junggebliebenen". Das Alter als Lebensphase verschwindet.
Der Generation Silber geht es gut. Laut Studie des Osnabrücker Altersforscher Dieter Otten fühlen sich die Menschen immer jünger und immer wohler in ihrer Haut. Warum? Weil sie endlich tun können, was sie wirklich wollen. So auch musikalisch, beim Gesang, mit all seiner zeitaufwendigen Intensität. Hier kann man glücklich sein, weil man sich nicht zum alten Eisen zählt.
Es wird in Deutschland zwar immer mehr Menschen mit hohem Alter geben, aber nicht immer mehr klassische "Alte". Sie können u.a. den Fortbestand der altbewährten Gesangvereine mindestens auf Zeit gewährleisten.
Bei der "Constantia" ist das letzte Vieteljahrhundert der inzwischen 125jährigen Vereinsgeschichte als besonders erfolgreich anzusehen. Obwohl sich der Verein in den ersten 100 Jahren seines Bestehens mit 28 Sängern im Durchschnitt passabel präsentierte, ist die Sängerzahl in den letzten 25 Jahren auf durchschnittlich 49 angestiegen, wobei der Höchststand 1994 mit 61 Sängern erreicht wurde. Die Anzahl der Chorauftritte ist mit 30 im Jahresdurchschnitt beachtlich; ebenso die Steigerung des Gesangniveaus. Die Harmonie und die kameradschaftliche Verbundenheit sind das Markenzeichen der "Constantia". Dabei kommt die Geselligkeit, die einfach dazu gehört, nicht zu kurz. Die "Constantia" ist eine feste Größe im Baerler Dorfleben und genießt auch darüber hinaus eine große Wertschätzung. Unsere Aufgaben sehen wir darin, mit unserem Gesang Menschen Freude zu bereiten. Ob bei meist fröhlichen Anlässen, wie runden Geburtstagen, zu Grünen-, Silbernen-, Goldhochzeiten oder sonstigen Festlichkeiten. Wir gestalten musikalisch Gottesdienste beider Konfessionen, singen in Seniorheimen und veranstalten für die Baerler Bürger jährlich Konzerte. Auch das inzwischen traditionelle Weihnachtskonzert (16 mal in Folge) wird gerne von den Besuchern angenommen.
Die Literatur des Chores liegt im Volksliedgut (u.a. in Wanderliedern, Trinkliedern, Jagdliedern, Seemannsliedern und Liebesliedern), in sakralen Chören; in Kirchenliedern; in der Klassik (z. B. Beethoven, Mozart); in der Romantik (z.B. Schubert, Silcher) und in Liedern zeitgenössischer Kompo-nisten.
Wir vermitteln Stunden des Vergnügens, der Freude und der Besinnlichkeit. Singen im Chor ist ein Erlebnis. Das kommt nicht von ungefähr, denn ein sich bedingungslos einsetzender Vorsitzender mit einem umsichtigen gutbesetzten Vorstand, ein guter kreativer Chorleiter und eine bereitwillig funktionierende und harmonisierende Schar von Sängern sind der Erfolgsgarant. Besonderes Augenmerk liegt auf der Betreuung kranker Vereinsmitglieder sowie den Aufmerksamkeiten bei runden Geburtstagen und anderen außergewöhnlichen Anlässen; dies stellt auch die persönliche Verbindung besonders heraus.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Baerlern und ihrer "Constantia" kommt auch darin zum Ausdruck, dass viele passive Mitglieder hinzu gewonnen werden konnten. Hier sind besonders die Frauen der aktiven Sänger zu erwähnen. Der gesamte Förderkreis der "Constantia" umfasst heute 139 Mitglieder. Die Förderung und Erhaltung der kameradschaftlichen Verbundenheit im Zeichen des Gesanges ist immer ein wichtiges Ziel der Vereinsarbeit gewesen und wird es auch weiterhin bleiben.
Wir singen im Chor:
- weil es unserer seelischen Verfassung gut tut
- weil wir hier nette Leute treffen
- weil uns neue Lieder und verschiedene Stile bereichern
Wir singen in erster Linie Lieder, die uns Spaß machen:
- Wanderlieder
- Trinklieder
- Jagdlieder
- Seemannslieder
- Liebeslieder
- Volkslieder aus aller Welt
- flotte und getragene Weisen
- sakrale Chöre
- Klassik
Singen im Chor: | | Da ist "Musik drin". Wer sich aktiv mit Musik beschäftigt, wird sensibler, ausgeglichener, flexibler, offener, immun also gegen Gewalt oder Drogen. |
Singen im Chor: | | Das ist Mannschaftsspiel, ist Teamwork. Der Chor lebt davon, dass sich jedes Mitglied für das gemeinsame Erlebnis einsetzt. Chorarbeit ist ein Modell für Teamarbeit und Mitverantwortung. |
Singen im Chor: | | Das ist Kulturdienstleistung vor Ort. Zum Lohn gibt es Applaus, und der steigert das Selbstbewusstsein. |
Singen im Chor: | | Das bedeutet, andere und anderes kennenlernen, Bereitschaft zur Integration, Initiative ergreifen und "Brücken bauen". |
Singen im Chor: | | Heißt zuhören, verstehen, Freude geben, bedeutet die Gemeinschaft mit Freunden. |
|